28 Jahre Mauerfall: Hertha BSC gegen Wattenscheid 09

Die Berliner Mauer teilte 28 Jahre lang die Stadt. Am 9. November 1989 ging mit einem großen Knall ein langes, bitteres Kapitel in der deutschen Geschichte endlich zu Ende: Der Fall des Eisernen Vorhangs leitete das Ende der deutschen Teilung ein – auch im Fußball. In der Ausstellung „Hauptstadtfußball“ blicken wir auf ein ganz besonderes Spiel, das nur zwei Tage später im Berliner Olympiastadion stattfand.

Eintrittskarte Hertha BSC - Wattenscheid 09

Eintrittskarte Hertha BSC - Wattenscheid 09

Die Zweitligapartie zwischen Hertha BSC und SG Wattenscheid 09 am 11. November 1989 war eigentlich kein Publikumsrenner. Dennoch pilgerten wahrscheinlich mehr als 60.000 Zuschauer ins Olympiastadion. Offiziell wurden 44.174 Zuschauer gezählt. Hertha-Sponsor Nissan hatte 10.000 Freikarten gegen Vorlage eines DDR-Ausweises spendiert. Am Ende wurden die Fußballbegeisterten aus Ost-Berlin auch ohne Eintrittskarte ins Stadion gelassen. Endlich konnten Berliner Hertha-Fans wieder gemeinsam ihren Verein bejubeln. Was sie erlebten war ein deutsch-deutsches Fußballfest. Der 1:1-Endstand nach spielerisch eher unspektakulären 90 Minuten war dabei Nebensache. Viele der Ost-Berliner Gäste waren Union-Fans, die nach all den Jahren der Distanzfreundschaft endlich zu den Anhängern der Hertha fanden.

Im Januar 1990 begegneten sich schließlich auch Hertha BSC und der 1. FC Union zu einem Freundschaftsspiel im Olympiastadion. Das 2:1-Ergebnis für Hertha war nicht von Bedeutung. Einhellig bejubelten die Fans jedes der Tore. Gekrönt wurde die Saison mit dem Aufstieg Herthas in die 1. Bundesliga. Damit gehörte Hertha BSC wieder zu den 18 besten Vereinen in Deutschland und war endlich wieder ein Gesamtberliner Verein.

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